Seit wann wird gestrickt?

Mit dieser Frage  sah sich auch die Wissenschaft konfrontiert und begann zu forschen.

 

Die ersten als gesichert geltendne Funde stammen aus dem islamischen Ägypten und werden dem 12. Jahrhundert zugeordnet.

 

 Ein Gemälde von Meister Bertram  (um 1370)  „Unserer Herrin von Buxdehude“ zeigt Maria, die mit einem Nadelspiel am Rock Jesu strickt. Nun vermutete man, dass spätestens seit Ende des 14. Jahrhunderts die Stricktechnik auch in Deutschland bekannt war. Seitdem hat diese alte Handarbeitstechnik viele Höhen und Tiefen erlebt.

 

Entwicklung des Strickens

 

Vorstufe des Gestricks dürfte eine Netzarbeit gewesen sein. Durch die Verknotung und Verschlingung von verschiedenen Fäden entsteht mit Hilfe einer Nadel ein "Filet".

 

Die Technik des Nadelbindens wird heute mit den Wikinger in Verbindung gebracht. Doch wird diese Technik wesentlich älter geschätzt, da bereits in der Jungsteinzeit Funde nachgewiesen wurden.

Das „Gestrick“ wird mit einer Nadel gebildet (diese ist mit einem Öhr versehen) mit deren Hilfe der gesamte Faden durch eine bereits geformte Masche gezogen wird. Eine eher zeitaufwendige Machart. Funde aus dem 10. Jahrhundert in York belegen, dass Socken und Handschuhe mit diese Technik hergestellt wurden.

 

Das echte Stricken entwickelte sich u.U. parallel zum Nadelbinden und wurde in der Antike bereits von den Griechen genutzt. Gestrickt wird mit einzelnen bewegten Nadeln.

 

Mit dem Niedergang der antiken Kulturen verliert auch das Stricken seine Bedeutung. Eine Theorie geht davon aus, dass die Araber die Strickkunst mit nach Spanien gebracht haben.  Das Handstricken hat sich im Laufe des Spätmittelalters zu einem anerkannten Handwerk entwickelt und schaffte bis 1514 den Aufstieg zu einer der sechs wichtigsten Handwerkergilden in Paris.

Stümpfe und Handschuhe waren die begehrtesten Produkte. So galten gestrickte Handschuhe  bei den Bischöfen im sechsten und siebten Jahrhundert als Statussymbol, Priester mussten mit Stoff– oder Lederhandschuhen Vorlieb nehmen.

 

Neben der liturgischen Verwendung entwickelte sich das Stricken zu einer typischen Beschäftigung der  Frauen. Im Hochmittelalter muss auch die Entwicklung des Rundstickens mit vier oder fünf Nadeln entstanden sein. Die früheste Erwähnung des gewerblichen Strickens findet sich im Jahre 1268 in Paris.

1589 entwickelt Pfarren William Lee die erste „Strickmaschine“ , muss aber seine Erfindung außer Landes anbieten, da Königin Elisabeth I um die Arbeitsplätzt der Handstricker fürchtete.

 

 

 

Bayern

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